Viehbergalm im Dezember

Die Viehbergalm im zum Dachsteingebirge zählenden Kemetgebirge nordwestlich von Gröbming ist im Dezember eigentlich ein Touren-Klassiker. Allerdings eher nicht als herkömmliches Wanderziel, sondern vielmehr im Rahmen einer Schitour oder zumindest einer Schneeschuhwanderung.

Heuer aber ist alles anders. So niederschlagsreich wie der verregnete Sommer war, so trocken und schneearm und viel zu warm präsentiert sich – zumindest bis Mitte Dezember – der Winter.

Aber ist das wirklich nur heuer so? Diese Frage möchte ich zum Anlass nehmen, für einen Rückblick auf das letzte Jahrzehnt. Wie schneereich oder schneearm waren die letzten 10 Jahre eigentlich wirklich? Und damit meine ich jetzt nicht die Schneelage im Tal sondern die für uns Wanderer wesentlich interessanteren Schneeverhältnisse oberhalb von etwa 1.400 Meter Seehöhe und insbesondere auf der Viehbergalm.

Am Weg zum Miesbodensee

Am Weg zum Miesbodensee

Zuvor aber kurz ein paar Worte zur heutigen Tour: Von der Viebergalm zum Miesbodensee zwischen 1.400 und 1.500 Meter Seehöhe sah es zumindest romantisch weihnachtlich aus, für Winterportaktivitäten sind die maximal 5 cm lockerer Pulverschnee aber viel zu wenig.

Grundsätzlich versuchen wir jedes Jahr im Frühwinter im Dezember von Gröbming-Winkl durch die Öfen die Viehbergalm zu besuchen. Allerdings meist nur dann, wenn sich die Schneehöhe bereits für eine Wintertour lohnt. Bei mageren Schneeverhältnissen mit Schneeschuhen, bei ergiebigeren Schneehöhen mit Tourenschi. Gibt es allerdings bereits im Dezember üppige Schneemassen, suchen wir dann doch lieber größere Tourenziele aus (ohne das jetzt abwertend zu meinen).

Wie sah es also im letzten Jahrzehnt (genau gesagt sind es 11 Jahre) mit der Schneepracht Mitte Dezember aus – wie fleißig war Frau Holle, in welchem Winter war die Goldmarie am Werk und wann war eher die Zeit der Pechmarie? Dazu befragte ich mein Tourenarchiv, welches exakt am 01.01.2004 startet.

Ausgewertet wurden alle Wintertouren vom 01.11. bis 18.12. des jeweiligen Jahres:

  • 2004: 11 Wintertouren: 9 Schneeschuhtouren und 2 Schitouren. Wegen der allgemein guten Schneeverhältnisse kamen wir nicht auf die Viehbergalm.
  • 2005: 7 Wintertouren: 1 Schneeschuhtour und 6 Schitouren, davon eine über die nahegelegene Brandalm auf den Hirzberg.
  • 2006: 3 Wintertouren: 3 Schneeschuhtouren – ein sehr schneearmer Frühwinter
  • 2007: 10 Wintertouren: 4 Schneeschuhtouren und 6 Schitouren, davon 2 Mal Viehbergalm bzw. Hochmühleck und 1 Mal Hirzberg. Einer der schneereichsten Frühwinter im letzten Jahrzehnt.
  • 2008: 10 Wintertouren: 9 Schneeschuhtouren und 1 Schitour. Wieder ein schneereicher Winter, wegen der allgemein guten Schneeverhältnisse allerdings nicht auf die Viehbergalm.
  • 2009: 4 Wintertouren: 4 Schneeschuhtouren. Wieder schneearm.
  • 2010: 3 Wintertouren: 2 Schneeschuhtouren und 1 Schitour auf die Viehbergalm: Schneearm
  • 2011: 2 Wintetouren: 2 Schneeschuhtouren über die Viehbergalm auf das Hochmühleck. Im Allgemeinen aber eher schneearm.
  • 2012: 3 Wintertouren: 2 Schneeschuhtouren und 1 Schitour – 2 Mal davon über die Viehbergalm zum Hochmühleck. Ansonsten eher schneearm.
  • 2013: 3 Wintertouren: 3 Schneeschuhtouren – schneearm.
  • 2014: Keine einzige Wintertour – schneearm bis schneelos.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass schneearme Frühwinter bis Mitte Dezember (und danach kommt üblicherweise ohnehin das Weihnachts-Tauwetter) in den letzten 11 Jahren eher die Regel als die Ausnahme waren – eine Wertung der schneereichsten Jahre (zumindest bis ins Mittelgebirge) würde etwa folgende Rangliste ergeben:

  1. 2007
  2. 2008
  3. 2005
  4. 2004

In den restlichen Frühwintern sieht es aber nicht mehr sonderlich scheereich aus – allerdings: So wenig wie heuer gab es in den letzten 11 Jahren noch nie.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Winter im Dezember auf der Viehbergalm

 

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*