Kleiner und Großer Größtenberg

Der Schnee von letzter Woche ist bereits ein weitgehend „Verflossener“ – zumindest südseitig auf Höhen unterhalb von 1.700 Meter. Nordseitig schaut es zwar noch ein bisschen anders aus, aber an diesem herrlichem Herbsttag wollten wir dann doch lieber noch einmal die prachtvollen Herbstfarben in der Sonne genießen als im kühlen Schatten auf Schneeschuhen zu wandern.

Möchte man bei solch einer möglichst schneefreien Herbstwanderung auch noch einen Gipfel mit guter Aussicht einschließen, empfehlen sich freistehende, aber weniger hohe Gebirgszüge wie beispielsweise die Oberösterreichischen Voralpen. Und hier – im Reichraminger Hintergebirge – ward auch das Gipfelziel mit dem Großen Größtenberg gefunden.

Der Ausgangspunkt beim Haslersgatter liegt noch im Schatten, schon bald aber gelangen wir in die Sonne

Der Ausgangspunkt beim Haslersgatter liegt noch im Schatten, schon bald aber gelangen wir in die Sonne

Von Windischgarsten fahren wir zunächst noch ein Stück Richtung Hengstpaß nach Osten, kurz nach dem Ghf. Schaffelmühle führt links (Richtung Norden) eine schmale, mitunter kurvenreiche Straße bergwärts. Bei der Abzweigung zum Wurbauerkogel halten wir uns rechts und zuletzt geht es über eine holprige Schotterstraße zum Ausgangspunkt unserer Wandertour beim Haslersgatter auf 1.154 Meter Seehöhe gelegen.

Das Tourengebiet

Bundesland: Oberösterreich
Tourenregion: Reichraminger Hintergebirge
Wandergemeinde: Windischgarsten / Rosenau am Hengstpaß
Ausgangspunkt: Parkplatz Haslersgatter
Tourengebiet Reichraminger Hintergebirge

Tourengebiet Reichraminger Hintergebirge

Routenverlauf auf die Größtenberge (im Uhrzeigersinn)

Routenverlauf auf die Größtenberge (im Uhrzeigersinn)

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Der Routenverlauf

Haslersgatter – Rumpelmayrreith – Biwakplatz Steyrsteg – Weingartalm – Halterhüttental – Großer Größtenberg – Kleiner Größtenberg – Weingartalm – Groißnalm – Haslersgatter

 

Die Tourbeschreibung

Beim Haslersgatter sind wir heute nicht die ersten, aber überfüllt ist der Parkplatz auch nicht gerade. Vom schattigen Ausgangspunkt führt uns die Forststraße zunächst ca. 200 Höhenmeter bergab.

Vorbei an den sonnigen Almflächen bei der Rumpelmayrreith, von wo man die bis ganz hinauf latschenbewachsenen Gipfelziele bereits in der Ferne bewundern kann.

Bei der Rumpelmayrreith. Rechts hinten die beiden Größtenberge.

Bei der Rumpelmayrreith. Rechts hinten die beiden Größtenberge.

Nach 2 Kehren erreichen wir beim Biwakplatz Steyrsteg den niedrigsten Punkt der Tour.

Nun beginnt die Schotterstraße wieder zu steigen und schließlich erreichen wir bei der Weingartalm exakt dieselbe Seehöhe wie beim Ausgangspunkt. Hier tauchen wir nun – dem markierten Wanderweg folgend – in den prächtig herbstlich gefärbten Wald ein. Hohes braunes Gras überwuchert den Steig, vom Wind gefällte, kreuz und quer liegende Baumskelette sind nicht überall sauber ausgeschnitten und müssen gelegentlich überklettert werden.

Herbstliche Farbenpracht in der Nähe der Weingaralm

Herbstliche Farbenpracht in der Nähe der Weingaralm

Nach dem steileren Waldanstieg gelangen wir im flacher verlaufenden, nach Norden führenden Halterhüttental auf Schnee, der uns fortan bis zum Gipfel begleiten sollte. Trotz recht beachtlicher Schneehöhen kommen wir auf der gefrorenen Schneedecke und in den bereits vorhandenen Fußspuren gut vorwärts.

Das letzte Stück dreht der Weg aus einem Sattel nach Südosten. Über eine schmale Latschengasse erreichen wir einen Vorgipfel, eben geht es dann zum Gipfelkreuz am Grossen Größtenberg hinüber.

In Summe sollten wir während unserer Pause am Gipfel 7 weitere Wanderer treffen. Der Rundumblick ist großartig, vor allem von Südosten bis Südwesten reiht sich ein bekannter Gipfel an den anderen: Tamischbachturm, Tieflimauer, Kleiner Buchstein, Großer Buchstein, Hochtor, Ödstein, Bärenkarmauer (Hexenturm), Kreuzmauer, Scheiblingstein, Kleiner Pyhrgas und Großer Pyhrgas sowie der Bosruck in den Ennstaler Alpen.

Blick über das Reichraminger Hintergebirge zu den Ennstaler Alpen

Blick über das Reichraminger Hintergebirge zu den Ennstaler Alpen

Im Toten Gebirge schweift der Blick vom Warscheneck bis zur Spitzmauer sowie zum Kleinen Priel und Großen Priel. Und dann ist da natürlich auch noch der Blick über die Oberösterreichischen Voralpen: Im Osten das wald- und hügelreiche Reichramminger Hintergebirge, im Westen das Sengsengebirge.

Beim Abstieg vom Grossen Größtenberg zurück in den Sattel glauben wir, eine unmarkierte Aufstiegsmöglichkeit auf den Kleinen Größtenberg erkannt zu haben. Und tatsächlich: Immer wieder leiten uns Steinmandln durch die Latschen und über Schrofen.

Am Gipfel des Kleinen Größtenberg finden wir ein kleines Gipfelbuch vor – der erste Eintrag stammt aus dem Jahr 1999. Interessant ist der Behälter des Büchleins – ursprünglich vorgesehen für „Gebärmutterpflegemittel“. Vom Kleinen Größtenberg hat man einen tollen Ausblick zum höchsten Gipfel des Sengsengebirges: Dem Hohen Nock.

Ausblick vom Kleinen Größtenberg zum Sengsengebirge

Ausblick vom Kleinen Größtenberg zum Sengsengebirge

Die Tage sind kurz, also müssen wir gleich wieder aufbrechen. Zurück bei der Weingartalm, wo sich bei der Hütte Radfahrer in der Sonne aalen, wählen wir nun eine alternative Abstiegsroute. Wobei – von richtigem Abstieg kann ja gar nicht die Rede sein, liegt doch die Weingartalm auf exakt gleicher Höhe wie der Ausgangspunkt beim Haslersgatter.

Wie wir aber feststellen mussten, kann von einem ebenen Weg ebenfalls keine Rede sein. Immer wieder gibt es kleinere Gegensteigungen zu bewältigen. Kann man sich einmal über eine längere Bergabstrecke freuen, muss man wenig später mit dem nächsten Anstieg dafür büßen.

Weingartalm

Weingartalm

Der Weg selbst aber – über raschelnden, laubbedeckten Waldboden zur Groißnalm – ist wirklich sehr idyllisch und überwiegend werden wir hier noch von der Sonne verwöhnt. Weniger spannend dagegen ist der Rückweg im Schatten auf der breiten Forststraße Richtung Westen zurück zum Ausgangspunkt.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Weitere Impressionen vom Großen Größtenberg

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