Über die Lahngangseen auf das Rotgschirr

Lange habe ich jetzt überlegt, wie ich eine Wandertour beschreiben soll, bei der wir für die 1.800 Höhenmeter (einige kleinere Gegensteigungen) und 31 Kilometer inklusive Pausen fast 12 Stunden unterwegs waren.

Ebenso detailliert wie andere Tourenberichte? Dann würde ich aber wie bei der Dachstein-Wanderung vor wenigen Tagen oder beim Ramsauer Klettersteig wieder eine Serie mit mehreren Artikeln machen müssen.

Oder sollte ich mich mit der Anmerkung begnügen, daß mein Bruder erst unlängst dieselbe Route in 4 Stunden und 50 Minuten bewältigt hat – sebstverständlich hin und retour (ob da die Einkehr bei der Pühringerhütte bereits mitgerechnet ist, entzieht sich meiner Kenntnis 😉 ).

Nun, ich habe mich dazu entschieden, einen Beitrag zu erstellen, in dem ich die schönsten Plätze der Wanderung kurz in Wort und Bild hervorhebe.

Auf den Wiesenhängen nach dem Draußengatterl habe ich bis jetzt noch immer Gämse gesehen

Auf den Wiesenhängen nach dem Draußengatterl habe ich bis jetzt noch immer Gämse gesehen

Wo aber anfangen bei den besonderen Highlights der Rotgschirr-Wanderung?

Gams nach dem Draußengatterl

Gams nach dem Draußengatterl

Höhepunkt Nummer 1 beginnt beim Draußengatterl (oder auch Drausengatterl – beide Schreibweisen sind anzutreffen): Senkrechte bis leicht überhängende Felswände, eine mitunter rutschige Engstelle ist durch ein Drahtseil entschärft. Das wahre Highlight kommt aber etwas später. Bis jetzt habe ich hier noch bei jeder Wanderung Gämse gesehen. So auch bei dieser Tour – 4 Stück taten sich gerade recht entspannt an den steilen Wiesenhängen gütlich.

Das nächste Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten. Der Vordere Lahngangsee ist ein selten schönes Plätzchen, die Spiegelungen wirken am frühen Morgen ganz besonders schön. Etwas versteckt hinter Latschen und Sträuchern und am Morgen noch im Schatten liegt dagegen der Hintere Lahngangsee in einem Kessel etliche Höhenmeter unterhalb des Wanderweges.

Herrliche Spiegelung beim Vorderen Lahngangsee

Herrliche Spiegelung beim Vorderen Lahngangsee

Das nächste herausragende Platzerl ist die Elmgrube mit cirka 10 kleinen Hütten. Umrahmt wird der idyllische Fleck von gelben Lärchen und überragt wir die ganze Szenerie von den eindrucksvollen Felswänden des Salzofen.

Idyllische Hütten in der Elmgrube

Idyllische Hütten in der Elmgrube

Nach dem Aufstieg auf Emils Tränenhügel überblickt man bereits einen weiteren Tour-Höhepunkt: Einige Höhenmeter steigen wir zum wunderschönen Elmsee ab, in dem sich beim Näherkommen die bereits geschlossene Pühringerhütte sowie das Rotgschirr spiegeln. Natürlich läuft auch hier der Fotoapparat wieder heiß 🙂 .

Nach der Pühringerhütte schmiegt sich der Wanderweg an leicht überhängende Felswände, aus denen es immer wieder auf uns herabtropft.

Unser Gipfelziel - das Rotgschirr - spiegelt sich im Elmsee

Unser Gipfelziel – das Rotgschirr – spiegelt sich im Elmsee

Nach der Weg-Abzweigung zum Rotgschirr wird das Gelände zunehmend felsiger. Häufig entdecken wir in den Karstfelsen Zeugnisse aus sehr lange zurückliegenden Zeiten, als das Tote Gebirge noch den Boden eines Meeres bildete.

Felsspalten erfordern zwar etwas Konzentration, es macht aber Spaß, über die meist rauen, gelegentlich aber auch sehr glatten Felsen zu turnen

Auf den letzten etwa 200 Höhenmetern wird es steiler und ausgesetzter. Weite Passagen sind hier durch Drahtseile gesichert. Eine größere Wanderergruppe kommt uns knapp unterhalb des Gipfels entgegen, kurz sind wir beim Gipfelkreuz am Rotgschirr alleine, bald aber kommt ein einzelner Wanderer nach und läßt sich sein Bier hörbar munden 😉 . Etwas später folgt der nächste Ankömmling.

Links erkennt man bereits das Gipfelkreuz am Rotgschirr

Links erkennt man bereits das Gipfelkreuz am Rotgschirr

Lange bleiben wir nicht am Gipfel. Ein Felsen bietet zwar etwas Windschutz, richtig gemütlich ist es im Wind aber doch nicht. Vor allem aber treibt uns der Zeitdruck an – wir haben noch einen (sehr) langen Rückweg.

In herbstlicher Farbenpracht wandern wir wieder entlang der Anstiegsroute zurück. Natürlich nicht, ohne auch jetzt wieder viele Fotos zu machen. Der Reiz lag jetzt darin, dass Motive, die am Morgen noch im Schatten lagen, jetzt von der Nachmittagssonne beschienen wurden (allerdings leicht gedämpft durch dünne Schleicherwolken).

Beim Elmsee, in dem sich die Pühringerhütte und das Rotgschirr spiegeln

Beim Elmsee, in dem sich die Pühringerhütte und das Rotgschirr spiegeln

Aber neben dem Schalk sitzt uns auch etwas der rasch näherkommende Abend im Nacken. Aber den Großteil des Rückweges schaffen wir noch bei Tageslicht. Lediglich die letzte halbe bis Dreiviertelstunde bleiben wir dann besser am Forstweg.

Fazit der Tour: Eine sehr lange Wanderung – aber mit viel Abwechslung und großartigen Landschaftseindrücken. Wen die ebenfalls herausragende Bergtour von der Tauplitzalm auf das Grosse Tragl konditionell nicht überanstrengt hat, dem sei ein Besuch der Lahngangseen, des Elmsees und des Rotgschirrs ans Herz gelegt.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Die Wanderung auf der Landkarte

Tourengebiet Grundlsee - Pühringer Hütte

Tourengebiet Grundlsee – Pühringer Hütte

Routenverlauf Grundlsee - Lahngangseen - Elmsee - Rotgschirr (Klick zur Vergrößerung)

Routenverlauf Grundlsee – Lahngangseen – Elmsee – Rotgschirr (Klick zur Vergrößerung)

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*