Vom Dachstein zum Ahornsee – Gletscher und Fels

Wegen der Länge unserer Tour vom Dachstein zum Ahornsee habe ich den Wanderbericht auf 3 Beiträge aufgeteilt, die sich in etwa auch mit den drei unterschiedlichen Landschafts-Charakteristiken decken:

Dieser Artikel handelt vom ersten und anspruchsvollsten Teil der Wanderroute:

Aller guten Dinge sind drei. Von wegen: Jetzt durfte ich mich bereits über die 4. wunderbare Wandertour in Folge innerhalb von zwei Wochen erfreuen.

Auch dieses Mal wieder in äusserst netter Begleitung. Meine Liebste und ich hatten die Freude, Ehre und das Vergnügen, zum ersten Mal mit meiner ehemaligen Arbeitskollegin Angelika eine Bergwanderung zu unternehmen.

Und was für eine. Heuer ist es uns endlich gelungen, die schon seit Jahren geplante Tour durchzuführen (Gut Ding braucht Weile).

Vom Hunerkogel über den schmutzigen Gletscher zum Rosmariestollen

Vom Hunerkogel über den schmutzigen Gletscher zum Rosmariestollen

Nun, zu frühmorgendlicher noch dunkler Stunde fuhren wir mit 3 Fahrzeugen Richtung Ramsau am Dachstein. Eines wurde im Gradenbachtal nördlich von Weißenbach bei Haus deponiert. Hier würden wir herunterkommen, wenn wir die längste Route schaffen könnten.

Das 2. Fahrzeug stellten wir zum Parkplatz bei der Silberkarklamm. Somit eröffnen sich uns drei weitere Abstiegsmöglichkeiten. Einmal natürlich über die Silberkarklamm, aber auch über das Guttenberghaus zum Feisterer und weiter zum Silberkarklamm-Parkplatz. Als 3. Variante käme der Abstieg über die Luseralm zum Burgstaller in Rössing und ebenfalls zum Silberkarklamm-Parkplatz in Frage. Sozusagen als Notabstieg, falls wir wesentlich länger als geplant bis zum Silberkarsee/Hölltalsee benötigen würden oder sonst etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen sollte.

Warten auf die erste Gondel

Warten auf die erste Gondel

Denn auch wenn wir uns keinen Stress machen wollten, hatte ich doch einen groben Zeitplan mit einigen Meilensteinen aufgestellt, weil ich unbedingt noch bei Tageslicht ins Tal kommen wollte. Zu dieser Jahreszeit ist das etwa spätestens zwischen 18:15 und 18:30 Uhr (war noch vor der Zeitumstellung – mittlerweile, da ich diese Zeilen schreibe wird es gegen 17:00 Uhr schon dämmrig).

Mit dem dritten Fahrzeug schließlich fuhren wir von der Ramsau auf der Mautstraße zur Talstation der Dachstein-Gletscherbahn auf den Hunerkogel.

Felssteig nach dem Rosmariestollen

Felssteig nach dem Rosmariestollen

Obwohl wir mit einigem Vorsprung die ersten waren, die auf die Öffnung der Talstation warteten, hatten wir dann doch großes Glück, dass wir gerade noch Platz in der ersten Gondel um 07:50 Uhr fanden. Denn während wir uns zum Ticket-Kauf anstellen mussten (21 Euro pro Person für die einfache Bergfahrt), stürmten etliche LangläuferInnen verschiedener Nationen – allen voran Russen und Deutsche – an uns vorbei Richtung Gondel. So hatte ich bei der Auffahrt auch Gelegenheit, die erstaunlich schmalen Langlaufski der Profis zu bewundern. Überspitzt formuliert waren meine ovalen Komperdell-Tourenstöcke da kaum schmaler.

Während am Hunerkogel auf fast 2.700 Metern Seehöhe die Sportler rasch Richtung Langlaufloipen entfleuchten, machten wir die obligatorischen Strandkorb-Fotos mit der Dachstein-Südwand im Hintergrund.

Angelika und Ingrid als kleine Striche (unten) am Fuß des Großen Koppenkarstein

Angelika und Ingrid als kleine Striche (unten) am Fuß des Großen Koppenkarstein

Dann aber ging es los.

Ich hatte die Tour gedanklich in drei unterschiedliche Abschnitte unterteilt: Abschnitt 1 – „Gletscher und Fels“ – war dabei der anspruchvollste.

Und tatsächlich sollten die ersten Schlüsselstellen nicht lange auf sich warten lassen. Bereits beim Abstieg von der Bergstation auf der präparierten Pistengerät-Spur über den schmutzigen Gletscher und dem folgenden Aufstieg zu den Felsen beim Rosmariestollen mussten wir hoch konzentriert und wie auf rohen Eiern gehen, um nicht ins Rutschen zu kommen. Die vorsorglich mitgeführten Steigeisen konnten aber im Rucksack bleiben. Lediglich auf den letzten hartgefrorenen Zustiegsmetern zu den 41 Eisenklammern und 2 Alu-Leitern mit insgesamt 36 Sprossen habe ich kurz überlegt, sie herauszuholen.

 

Über 41 Eisenklammern und 36 Leitersprossen zum Rosemariestollen

Über 41 Eisenklammern und 36 Leitersprossen zum Rosemariestollen

Nach dem Gletscher folgt der Aufstieg über die Eisen-Unterstützung im senkrechten Fels bis zum Tunnel-Durchgang durch den Rosmariestollen.

Auf der Südseite erwartete uns neben einem grandiosen Ausblick auch endlich die Sonne. Allerdings nicht strahlend und ungetrübt, wie wir uns das vorgestellt hätten und wie es auch prognostiziert war. Der Föhn war heftiger als vermutet und trieb im Tagesverlauf zunehmend dichtere, aber hoch liegende Wolken heran.

Über einen mal mehr mal weniger breiten Steig in den abschüssigen Felsen erreichen wir drahtseilgesichertes leichtes Klettergelände. Im letzten sehr seilen Felsabschnitt waren Kletterseile gespannt.

Ingrid in der steilen Felswand

Ingrid in der steilen Felswand

Herunt san ma„, waren die erlösenden Worte von Angelika, als wir zwar steinigen, aber wieder halbwegs ebenen Boden unter den Beinen hatten. Noch aber galt es vorsichtig zu sein, weil sich unter den unzähligen Steinen das blanke Eis der kärglichen Reste des Gletschers südlich des Koppenkarsteins befand. Nach einem letzten sandigen Aufschwung hatten wir es aber tatsächlich geschafft und betraten den nächsten Abschnitt der Tour, den ich „Mondlandschaft“ nennen möchte, und über den ich im nächsten Teil berichte.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Alle 3 Teile im Überblick

Viele Steine auf blankem Eis

Viele Steine auf blankem Eis

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*