Überschreitung von Angerkogel und Nazogl

Die eintausendunderste Wanderung meines Tourenbuches führte mich – wie schon vor einer Woche – wieder in das Tote Gebirge.

Und es gibt auch eine Reihe weiterer Parallelen:

Wieder herrlichster Karst mit unzähligen seit Tausenden von Jahren durch Natureinflüsse geformten Rillen, Furchen und Spalten.

Der Labrador Koko erinnert mich an Nico

Der Labrador Koko erinnert mich an Nico

Wieder in netter und humorvoller Begleitung – dieses Mal aber in einer größeren Gruppe. Inklusive Hund, der mich abgesehen von der Farbe frappant an meinen ehemaligen Begleiter Nico erinnerte,  fanden wir uns letzten Endes am Nachmittag zu zehnt bei unserem Ausgangspunkt bei der Hinteregger Alm wieder ein.

Zu frühmorgendlicher Stunde fuhren 3 charmante Wanderinnen, 3 topfite Wanderer und meinereiner sowie ein Labrador-Hundemännchen aus dem nebelverhangenen Liezen auf die etwas über 1.200 Meter hoch gelegene Hinteregger Alm. Natürlich waren wir alle bestens gelaunt und hoch motiviert (Ausnahmen bestätigen die Regel 🙂 ).

Von hier startete eine mehr als denkwürdige oberösterreichisch-steirische Gemeinschaftstour zu Ehren einer (fast 2 Meter) großen Bergsteiger-Legende, die kurz zuvor das 30. Lebensjahr vollendete 🙂 .

Blick von der Hinteregger Alm über das nebelverhangene Ennstal

Blick von der Hinteregger Alm über das nebelverhangene Ennstal

Noch auf dem von Kühen bevölkerten Almgelände lassen wir den Nebel unter uns. Der Blick über das Ennstal bleibt uns war noch verwehrt, einige der höheren Berggipfel präsentieren uns aber bereits ihre sonnenbestrahlten Häupter. Allen voran der markante Spitz des Hochtausing.

Steil führt uns der grasumwachsene Steig zunächst in den schattigen Wald hinauf, ehe wir kurz nach einem Bankerl in die wärmende Sonne gelangen.

War vor einer Woche auf der Taupitzalm von Herbstfärbung noch nicht viel zu merken, dominieren heute goldgelbe Lärchen und leuchtend rote Beerensträucher.

Prächtige Herbstfarben im Karst

Prächtige Herbstfarben im Karst

Bei der verfallenen Angeralm lassen wir uns zur Jause nieder. Das überaus köstliche Bier rächt sich dann allerdings bei den noch folgenden mehr als 200 Höhenmetern am Schlußanstieg auf das heftig umwindete Gipfelkreuz am Angerkogel.

Nur „medizinischer Zirbm“ kann uns vor gröberen Erfrierungen bewahren. Aus Süden sind mittlerweile einige dunklere Wolken aufgezogen.

Das kann uns natürlich aber nicht von unserem Übergang zum nahegelegenen Nazogl abhalten. Hier treffen wir auf eine größere Ansammlung von Wanderern. Paragleiter umkreisen den Gipfel. Auch beim Gipfelreuz am Nazogl hält sich die Dauer unseres Aufenthaltes windbedingt in Grenzen. Immer wieder ziehen Wolkenschwaden über die terassenartig gestuften Südwände herauf.

Beim steilen Abstieg vom Nazogl haben sich die Wolkenschwaden wieder großteils verzogen

Beim steilen Abstieg vom Nazogl haben sich die Wolkenschwaden wieder großteils verzogen

Steil gestaltet sich der nun folgende Abstieg. Letzendlich kommen wir aber alle 8 („Koko und die 7 Zwerge„) wohlbehalten bei der Hineregger Alm an. Abgesehen von kleineren Schürfwunden, die sofort mit innerlicher Trinkanwendung desinfiziert wurden, sowie vorübergehende Knie- und Fußbänderbeschwerden, die spätestens im Ziel vergessen waren. Im Almgelände stoßen 2 weitere nette Arbeitskolleginnen zu uns, auf dass unsere Gruppe 10-stellig wird.

Fazit der Tour: Auch für die 1001 Tour gab es ein mehr als würdiges Tourenziel, welches beim gemütlichem Zusammensitzen bei „freundlichster Bewirtung“ seinen kulinarischen Ausklang fand.

Was am Ende des Tages blieb, war die Frage aller Fragen: Warum gengan wir do alloa und sunst koa ondara? (wo es u.a. weit und breit keine Straßen und unterwegs keine Hütten zur Einkehr gibt) 🙂 🙂 🙂

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Die Hinteregger Alm am Nachmittag beim Nachhauseweg

Die Hinteregger Alm am Nachmittag beim Nachhauseweg

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*