Karstwanderung auf das Große Tragl

Die 1.000 Wanderung in meinem Tourenbuch führte uns in ein bereits zur Tradition gewordenes Tourengebiet, welches wir nach Möglichkeit mindestens einmal im Jahr besuchen und zwar bevorzugt im Herbst, wenn sich die Lärchen goldgelb färben.

Nun, für die herbstliche Färbung war es an diesem 28. September 2014 noch zu früh, was aber nicht nur am zeitigen Termin lag, sondern wohl auch dem heurigen sehr feuchten Wetter geschuldet ist. Denn auch jetzt, Mitte Oktober – wo ich diese Zeilen schreibe – ist vielerorts im Vergleich zu den Vorjahren noch nicht viel von der gelben Farbenpracht bemerkbar.

 

Steirersee

Der Steirersee Ende September noch ohne gelbe Farbtupfer der Lärchen

Da uns diese Wandertour in weiterer Folge aber ohnehin in den steinreichen, pflanzenarmen Karst führt, dort wo das Tote Gebirge am „totesten“ ist, können wir das gut verschmerzen.

Bei der Anfahrt durch das Ennstal in das Steirische Salzkammergut merken wir noch nicht viel von der heutigen tollen Wetterprognose. Es nieselt sogar leicht aus dem Nebel.

Spätestens bei der Auffahrt über die Tauplitzalm Alpenstraße, als wir über den Nebel hinauskommen, ist aber klar: Heute wird ein prächtiger Herbsttag. Natürlich dürfen da auch die schon obligatorischen Stopps am Straßenrand nicht fehlen, um das Nebelmeer über dem Salzkammergut bis hinaus ins Ennstal abzulichten. Der naheliegende Grimming liegt bereits schon ebenso in der Sonne wie die höchsten Gipfel des Dachsteingebirges.

Dachsteinblick

Blick über das nebelverhangene Salzkammergut zum Dachstein

Kurz vor dem Parkplatz auf fast 1.600 Meter Seehöhe kreuzen 2 Rehe unseren Weg. Sie sind aber zu flink und am Foto aus dem Auto nur sehr verschwommen wahrnehmbar.

Beim langgezogenen Übergang des Almgeländes auf der Tauplitzalm empfangen uns neben der Sonne zunächst aber auch sehr frische Temperaturen. Vom Almplateau geht es etwa 80 Höhenmeter hinab zu den Steirerseehütten, eine Steigung die uns am Nachmittag mit Radler im Bauch noch gehörig zum Schnaufen bringen wird.

Links der Traweng und vor uns der markante Sturzhahn prägen unseren Aufstieg in der nächsten Dreiviertelstunde.

Traweng und Sturzhahn

Traweng und Sturzhahn von den Steirerseehütten aus gesehen

Über den Steirersee unter uns ziehen dünne Nebelschwaden, das Salzkammergut und das Ennstal liegen noch unter einer dicken Nebeldecke verborgen.

Mit Erreichen des stein- und felsreichen Karstgeländes In den Karren betreten wir eine gleichermaßen faszinierende wie karge Landschaft. Die Farbe Grau dominiert die Umgebung. Gelegentlich eine grüne Latschenoase und immer wieder schaurig-schwarze Dolinenlöcher. Manche nur wenige Meter tief, teilweise noch von Altschnee gefüllt, der den Sommer überstanden hat. Manche aber so tief, dass man den Boden nicht sieht.

Beim Jungbauerkreuz vorbei, welches zum Gedenken an einen 1948 in einer besonders tiefen Dolinen verunglückten Schitourengehers errichtet wurde, halten wir uns deshalb strikt an die Markierung.

Jungbauerkreuz im Karstgelände "In den Karren"

Jungbauerkreuz im Karstgelände „In den Karren“

 

Gelegentlich gurgeln kleine Rinnsale über die Felsrillen und Furchen, gespeist von kleinen Neuschneefeldern. Unzählige Relikte ehemaliger Meeresbewohner, wie z. B. die sogenannten Kuhtrittmuscheln säumen die teilweise glatten und teilweise gefurchten Felsplatten.

Nur wenige Wanderer sind jetzt am späten Vormittag unterwegs, wesentlich mehr sollten uns am Nachmittag bei unserem Abstieg entgegenkommen.

Beim Gipfelkreuz am Großen Tragl genießen wir den großartigen Rundumblick und eine stärkende Jause auf einem windgeschützten Platzerl, ehe wir uns wieder auf den Rückweg entlang der Anstiegsroute machen.

Ausblick vom Großen Tragl

Ausblick vom Großen Tragl über das zentrale Tote Gebirge

Den Abstieg unterbrechen wir für eine Einkehr bei der Trawenghütte. Den Radler büßen wir aber beim Gegenanstieg auf das Tauplitzalm-Plateau bzw. schwitzen diesen am Rückweg zum Auto rasch wieder aus.

Buntes Kapellenfenster auf der Tauplitzalm

Buntes Kapellenfenster auf der Tauplitzalm

Der obligatorische Besuch der kleinen Kapelle mit den bunten Fenstern darf aber natürlich auch heute nicht fehlen.

Fazit der Tour: Die Wanderung von der Tauplitzalm auf das Große Tragl gehört zu den Herbst-Klassikern in unserem Tourenprogramm.

Auch wenn es heute noch keine goldgelben Lärchen zu bewundern gab, würde ich diese Wanderung als eine der schönsten der heurigen Sommer-Herbstsaison bewerten.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Wieder zurück im Almgelände der Tauplitzalm

Wieder zurück im Almgelände der Tauplitzalm

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