Wanderziel Fiedelbrunn

Dir ist das Wanderziel Fiedelbrunn im südlichen Toten Gebirge geläufig? Ausgezeichnet – dann darfst Du HIER KLICKEN 🙂

Fiedelbrunn sagt Dir gar nichts, obwohl Du viel wanderst, auch aus dem steirischen Ennstal in das Tote Gebirge? Willkommen im Club.

Fiedelbrunn

Fiedelbrunn

Auch ich bin wohl schon ein gutes Dutzend Mal dort vorbeigekommen, ohne bewusst diesen Namen unter den Wegweisern bei der Weggabelung Liezener Hütte – Brunnalm wahrzunehmen.

Bei meiner Schreibweise mit „e“ – Fiedelbrunn – habe ich mich übrigens an sämtliche mir zugänglichen Landkarten gehalten und nicht an das Schild. Sowohl die AMap des österreichischen Amtes für Eich- und Vermessungswesen als auch Kompass und Freytag&Berndt sind sich einig, dass man den Namen mit „e“ schreibt. Fiedelbrunn und nicht Fiedlbrunn.

Du fragst Dich vielleicht, wie man auf die Idee kommt, so einen unspektakulären, unbekannten (um nicht zu sagen uninteressanten) Ort als Ziel für eine Wanderung auszuwählen. Nun – eigentlich gar nicht. Reiner Zufall, entstanden durch das Aufeinandertreffen mehrerer Mosaikstücke, die dann als Gesamtheit zur Entscheidung geführt haben: Das ist mein Tourenziel.

Und das kam so: Wieder einmal wird für das Wochenende leider nur suboptimales Wanderwetter prognostiziert. Eigentlich war für heute ja die bereits zur Tradition gewordene Jahreswanderung mit meinem Bergkameraden Martin geplant. Aber nicht bei diesen Wettervorhersagen, bei denen bereits ab den Mittagsstunden mit Regen zu rechnen ist.

Aber am Morgen bei Sonnenaufgang kurz vor 07:00 Uhr dann blauer Himmel. Also muss ich doch etwas tun, auch wenn die Knochen nach diesem Sommer schon etwas eingerostet sind und eigentlich noch länger im Bett bleiben würden. Das Hirn aber befiehlt: Raus aus den Federn und in den Sonnenschein. Mein kurzfristig gewähltes Gipfelziel wäre der Hochmölbing gewesen, den ich vor fast 10 Jahren, zum ersten Mal besuchte und kennenlernte. Der Wettermann im Radio warnt aber, dass bereits um die Mittagszeit von Westen und Norden her Regen aufzieht. Auch in der Obersteiermark. Das war Mosaikstein 1.

Und tatsächlich gibt es nur kurz beim Start schweißtreibende Sonnenstrahlen und gutes Fotolicht, rasch aber werden die Wolken dichter und dunkler. Das war Mosaikstein 2.

Der Raidling im morgendlichen Sonnenschein

Der Raidling im morgendlichen Sonnenschein

Mosaikstein 3: Bei der Abzweigung der Bergstraße in Wörschach auf den Wörschachberg kündigt ein Schild eine Straßensperre an (Den Grund für die Sperre findet ihr hier). Ausgerechnet heute – wenigstens erst von 12:30 bis 16:00 Uhr. Eigentlich habe ich bereits mit dem Auto zurückgesetzt, um mir ein alternatives Wanderziel auszusuchen. Aber dann bin ich doch nach Schönmoos hinaufgefahren, denn entweder würde das Wetter halten und ich würde erst nach 16:00 Uhr hinabfahren, oder aber der um 08:00 Uhr noch vorherrschende blaue Himmel würde sich rascher verfinstern, dann würde ich schauen, dass ich noch vor 12:30 ins Tal komme.

Interessante Moospolster am Wegesrand

Interessante Moospolster am Wegesrand

Wie bereits erwähnt, wurde es dann unterwegs rasch stärker bewölkt. So also war oberhalb des Hochtors die Entscheidung zu treffen, umdrehen oder weiter. So sehr ich die Gegend der Mölbinggruppe liebe, aber bei diesem Licht, bei dieser Bewölkung sah es nicht sonderlich einladend aus. Was also tun. Ich konnte doch nicht hier im „Niemandsland“ wieder umdrehen. Hochtor als Tourenziel? Meinetwegen, aber zunächst wollte ich noch einige Minuten gehen.

Wenige Minuten später: Nein, das wird heute nichts mehr. Dichte Bewölkung und fahle Landschaftsbilder und die Gefahr, dass bald Regen einsetzen würde. Im schlimmsten Fall gehe ich jetzt noch eine Stunde, komme dann in den Regen, steige ab zum Ausgangspunkt und muss dann mehrere Stunden warten, bis ich mit dem Auto ins Tal hinabfahren kann.

Wie spät war es überhaupt? Kurz nach 10:00 Uhr. Und wann war die Straßensperre noch mal genau? Hätte ich doch ein Foto des Schildes gemacht, wenn mir meine grauen Zellen schon nicht mehr zuverlässig die Dauer der Sperre preisgeben können. 12:00 Uhr oder war es doch 12:30 Uhr oder womöglich schon 11:30 Uhr. Dann aber muss ich mich schön langsam sputen. Dieser Zeitdruck war Mosaikstein 4.

Aber hier umkehren, wie nennt sich dann das heutige Tourenziel? – Da vorne eine Weggabelung, 20 Minuten noch bis zur Liezener Hütte. Das wäre wenigstens schon ein einigermaßen akzeptables Tourenziel. Braucht man denn immer einen Namen, bei dem man umkehrt? „Man“ vielleicht nicht, ich verschrobener Kauz scheinbar schon eher, unbedingt zwar nicht, aber wenn es leicht geht. Zur Liezener Hütte und zurück und dann noch hinab ins Tal, nicht genau die Sperren-Zeit kennend, das könnte knapp werden.

Straßensperre auf den Wörschachberg

Straßensperre auf den Wörschachberg

Also lieber doch gleich umdrehen. Moment, da bei der Weggabelung ist ja auf einem Schild ein Name angeführt: Fiedelbrunn. Na also, auch dieses Wanderziel muss man erst einmal schaffen. So jetzt aber rasch hinab zum Auto und zurück nach Wörschach. 12:30 Uhr wäre der tatsächliche Beginn der Sperre gewesen. Jetzt mit Fotobeweis 🙂 .

Bei der Nachhausefahrt – wie zum Hohn – lösen sich die Wolken nun rasch auf und machen der Sonne viel Platz. Grml, grml, grml. Soll ich jetzt zusätzlich noch schnell was anderes gehen. Aber irgendwie bin ich doch schon etwas müde. 670 Höhenmeter und 11 Kilometer können ermüden, wenn man seit 3 Wochen nichts Größeres mehr gegangen ist.

Nein, ich fahre nach Hause und lass mir dort die Sonne auf den (schön langsam zunehmenden) Bauch scheinen. Denkste. Denn nach dem Essen (auch nur 3 Stunden Wandern können hungrig machen)  haben die Wolken wieder überhand genommen und nach 13:00 Uhr gibt es dann schon den ersten Regen. Gute Entscheidung, umzukehren. Genau im richtigen Moment. Genau beim richtigen Tourenziel: Fiedelbrunn 🙂

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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