Wandererkamera Sony 6000

Jetzt habe ich meine neueste Digitalkamera-Errungenschaft – die Sony 6000 – bereits einige Wochen in Verwendung, und schön langsam werden wir ein eingespieltes Team.

Nach 2 Jahrzehnten der analogen Fotografie hatte ich nun in den letzten 10 Jahren ein gutes Dutzend Digitalkameras im Einsatz. Und meine Meinung hat sich wieder einmal bestätigt: Um eine Kamera wirklich kennen zu lernen, sind ein bis zwei Monate der regelmäßigen Beschäftigung erforderlich.

Zwar war die Sony 6000 nach der Sony R1 – bereits 8 Jahre alt aber nach wie vor meine Referenzkamera in Sachen „Landschaftsfotografie“ – die erste Kamera, die mich von Anfang an (fast) überzeugte, doch die vielen kleinen Feineinstellungen bis zur vollen Zufriedenheit dauern eben.

Bevor ich auf die wesentlichen Unterschiede der Sony Alpha 6000 zur Bridgekamera Sony R1 eingehe (die Bezeichnung NEX für die spiegellosen Sony-Systemkameras scheint ja jetzt wieder der Vergangenheit anzugehören), möchte ich aber unbedingt zum besseren Verständnis meinen Haupteinsatzzweck anführen: Ich suche vor allem eine zuverlässige Bergbegleitung

  • mit guter Bildqualität OOC-JPG vorrangig für Landschaftsaufnahmen im Weitwinkelbereich
  • der Möglichkeit, Videos zu erstellen
  • idealerweise nicht allzu schwere (man wird ja nicht jünger) und einhändig bedienbare Kamera (im anspruchsvollen Gelände und auf Klettersteigen)

 

Bildqualität und Farbunterschiede Sony 6000 – Sony R1

Nun, bin ich mit der Sony 6000 schon voll zufrieden? Eigentlich müsste ich auf diese Frage mit einem spontanen NEIN antworten.

Aber das wäre vorschnell und ungerecht. Die DSML-Kamera macht mit entsprechender manueller Weißabgleich-Einstellung und mit Polfilter ansehnliche Landschaftsbilder. Aber vor allem bei den Blautönen des Himmels und den Farben von Kalkfelsen gefielen und gefallen mir die Fotos der R1 besser. Bei den Grüntönen hat wiederum die 6000-er Vorteile.

Während ich bei der R1 immer nur eine mittlere Bildgröße von 5 MP verwendet habe, nutze ich bei der 6000-er nun die maximale verfügbare Auflösung von 24 MP (u.a. auch für Ausschnittvergrößerungen). Ob das der Grund ist, warum die Fotos der R1 klarer und schärfer wirken bzw. die der 6000-er durch das gefühlte „Gewusel“ an Bildpunkten etwas verwaschen aussehen, kann ich (noch) nicht beurteilen.

 

Videos mit der Sony 6000

Aber – und jetzt kommen die Vorteile der Sony 6000 ins Spiel: Die Videos dieser Kamera finde ich toll (ein kleines Manko beim Bildstabilisator erwähne ich weiter unten). Am heimatlichen Flachbildfernseher wirken die HD-Aufnahmen knackscharf und farbintensiv. Die R1 kann das gar nicht.

Nachfolgend einige Video-Beispiele:

Handling der Sony 6000 beim Bergsteigen

Wie bereits erwähnt, spielt bei mir vor allem das Handling auf langen Wanderungen eine große Rolle. Manche dieser Bergtouren dauern nicht selten 10 Stunden und noch länger. Da zählt natürlich irgendwann auch jedes Gramm. Schließlich wird man ja auch nicht jünger.

Durch den ausgeprägten Handgriff liegt die Sony 6000 gut in der Hand

Durch den ausgeprägten Handgriff liegt die Sony 6000 gut in der Hand

Und die gewichtsmäßige Leichtigkeit und griffige Handhabung der Sonny 6000 bei einarmiger Bedienung ist tatsächlich ein großer Pluspunkt. Ein riesiger Vorteil auf ausgesetzten Felspassagen, wie unserer Tour am Ramsauer Klettersteig. Hier hätte ich die voluminöse, mehr als 1 Kilogramm schwere R1 auf jeden Fall im Rucksack mitführen müssen.

Ich habe zwar auch schon mit meiner kleinen Kompaktkamera – einer Sony HX10V – zufriedenstellende bis beachtliche Videos gedreht – im Vergleich mit den Fotos der R1 gab es aber unübersehbare Bildqualitätseinbußen.

So gesehen ist die Sony 6000 derzeit für mich der beste Kompromiss. Und schöner als die Bilder einiger DSLR’s, welche ich zuvor besaß, werden die Bilder der spiegellosen Sony-Systemkamera allemal.

Beim Kauf war ich zwar durchaus auch aufgeschlossen für andere Marken. Beispielsweise eine Olympus M10 oder eine der Fuji-Systemkameras. Aber beim Handling hatten beide Konkurrenten für mich und meine Hände deutliche Nachteile. Für die Olympus würde es war einen optionalen Griff geben, der ist aber a) nicht unbedingt kostengünstig, und war b) im Geschäft meines Vertrauens zum Testen gerade nicht lagernd.

Die Olympus hätte aber auf jeden Fall für meine Augen den besten Sucher gehabt. Die im Geschäft lagernde Fuji war noch schlechter zu halten und hatte überdies gar keinen Sucher – für mich unbrauchbar, das hat sich mittlerweile bei Dutzenden Wanderungen bestätigt.

Das hat mich dann ruhigen Gewissens zur Sony greifen lassen, zumal sie auch noch bei der Bewertung der Bildqualität in diversen Foto-Fachzeitschriften auf den vordersten Plätzen lag.

 

Ideale Größe der Sony 6000 für meine Hände und mit kaum 400 Gramm auch angenehm leicht

Ideale Größe der Sony 6000 für meine Hände und mit kaum 400 Gramm auch angenehm leicht

Objektive für die Sony 6000

Im (seltenen) Einzelfall habe ich bisher einen Objektiv-Wechsel vorgenommen und mit meinem preisgünstigen und qualitativ nicht sonderlich gepriesenen Telezoom SEL 55-210 (auf KB umgerechnet 82,5 – 315) recht zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Die R1 lässt keinen Objektivwechsel zu.

Neben dem bereits erwähnten Video von der Tierwelt Herberstein kam das Telezoom bisher vor allem bei der Wanderung zu den Steinböcken am Reiting zum Einsatz:

So vorteilhaft so ein Telezoom für einen Tierpark-Besuch auch ist, beim Wandern werde ich mit Sicherheit kein Freund des Objektiv-Wechselns werden. Kaum war das Telezoom auf der Sony 6000 angebracht, brach die Sonne kurz durch die Wolken und erleuchtete die Felsformationen der Kahlwandspitze in interessantem Licht, allerdings war das SEL 55-210 selbst am unteren Ende viel zu nah am Ort des Geschehens.

Also wieder rasch das Kit-Objektiv 16-50 rauf (auf KB umgerechnet 24 – 75), nur die Sonne hatte das mitbekommen und sich wie zum Trotz wieder versteckt. Dafür waren jetzt interessante Bewegungen in den Steinbock-Rudel, nein es heißt ja das Steinbock-Rudel in die Steinbock-Gruppe 🙂 gekommen, aber das Objektiv war selbst am langen Ende wieder viel zu weit entfernt. Also rasch wieder das Telezoom rauf.

Super: Die Steinböcke standen jetzt wieder starr wie festgewurzelt, unnötig zu erwähnen, dass gerade jetzt die Sonne wieder kurz durchblinzelte und eigentlich ein Weitwinkel geeigneter wäre, um die Felsszenerie eindrucksvoll einzufangen 🙂 .

Also noch einmal: Ich persönlich kann beim Wandern dem Objekt-Wechseln nichts abgewinnen und werde mit Sicherheit kein Freund mehr des „Mehrere-Objekte-Mitnehmens“.

Hier ist die R1 mit dem auf KB umgerechneten Brennweitenbereich von 24-120 klar im Vorteil.

Objekt-Wechsel bei Tierparkbesuchen angenehm - am Berg aber lästig

Objekt-Wechsel bei Tierparkbesuchen angenehm – am Berg aber lästig

 

Sonstige Foto-Funktionen

Die Panoramabilder direkt aus dem Fotoapparat begeistern mich bei der Sony 6000. Bei der R1 war nachträgliche lästige Fummelei am PC erforderlich, um mehrere Fotos zusammen zu setzen (stitchen), die entsprechende Software lief auf meinem PC nervenaufreibend langsam und auch nicht immer zuverlässig (deutlich erkennbare Übergänge), also habe ich es irgendwann ganz gelassen.

 

Ein Zwischen-Fazit – die Sony 6000 als Wandererkamera

Damit bin ich bisher sehr zufrieden:

  • Video-Qualität
  • Handling und Gewicht

Mit kleinen Abstrichen: Bildqualität – man sollte sich aber nicht auf den manuellen Weißabgleich verlassen.

 

Das irritiert mich (noch) etwas:

  • Bildstabilisator könnte besser sein – meine bisherige Referenz, die R1, hat aber gar keinen. Die Videos der kleinen preisgünstigen Sony HX10V sehen aber wesentlich angenehmer – weil „glatter“ und ruckelfreier – aus.
  • Akku-Ausdauer: Ich hatte zwar schon im Vorfeld über das unterdurchschnittliche Durchhaltevermögen des Akkus Bescheid gewusst UND mir auch gleich einen Ersatz-Akku (viel zu teuer weil Sony-Original) mit gekauft UND ihn bisher auch ausnahmslos auf jeder Tour mit gehabt UND überhaupt 🙂 . Aber es helfen alle UND’s nichts, wenn man justament bei der Tour des Jahres eine andere – weil kleinere – Fototasche mitnimmt, um am Klettersteig beweglicher zu sein. UND der Ersatz-Akku bleibt in der anderen Tasche zu Hause. Fast 30 Minuten Film und Hunderte Fotos waren dann doch zu viel. Übrigens auch fast für die 16-GB Speicherkarte. Einige Male, bei besonders schönen Motiven, konnte ich den Akku durch liebes Zureden und einige Streicheleinheiten (in der Hand aufwärmen) zwar noch für einige Nachzügler-Fotos überreden, aber hier hatte die R1 auf jeden Fall überdeutliche Ausdauer-Vorteile (konnte aber natürlich wieder nicht filmen).
  • Bereits zwei Mal hat sich Staub am Sensor niedergelassen und damit auch auf etlichen Fotos verewigt. Das ließ sich bis jetzt aber noch immer einfach entfernen (im Fotoapparat, mit meinen EBV-Kenntnissen aber nicht am Foto).
  • Der Motorzoom beim Filmen könnte sanfter=langsamer gehen.

 

Trotz all dieser Kritikpunkte in „Nebenpunkten“: Die Sony 6000 ist die erste Digitalkamera seit der Sony R1 die ich definitiv nicht mehr verkaufen werde. Eventuell werde ich mir zur Verbesserung der Bildqualität irgendwann das gut bewertete Objektiv Zeiss 16-70 gönnen. Auch das Ultraweitwinkel 10-18 wäre begehrenswert.

Ach ja, ich sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass ich noch immer JPG-OOC-Fotograf bin und mich noch immer nicht zur RAW-Fotografie oder PC-Bildbearbeitung durchringen konnte. Das wird sich vermutlich erst dann ändern, wenn mir an Hand meiner Fotos jemand beweist, dass man aus RAW-Bildern deutlich mehr herausholen kann 🙂

Die (grünen) Sommerfotos hat die Sony 6000 bis jetzt auch mit Kit-Objektiv 16-50 gut bewältigt. Jetzt bin ich schon neugierig, wie sie sich bei den kontrastreichen Herbstfarben mit goldgelben Lärchen und rot-orangen Laubbäumen schlägt. So wie sich das Wetter heuer verhält, kann es ja nicht mehr lange dauern (gerade wurde im Fernsehen die sinkende Schneefallgrenze erwähnt).

Und dann kommt die Königsdisziplin mit meinen Lieblingsfarben: Dunkelblauer Himmel mit weißem, glitzerndem, aber dennoch durchzeichnetem Schnee.

Hier bin ich schon neugierig, wie sich die Sony 6000 bei zweistelligen Minustemperaturen schlägt.

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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