Gipfelrunde über den Großen Pyhrgas

Nach dem Seespitz und dem Bosruck habe ich es jetzt das dritte Mal geschafft, mich an einen Freitag Nachmittag nach der Arbeit noch zu einer Bergtour zu überwinden, auch wenn das Wetter nach einem prächtigen Vormittag bereits ab den Mittagsstunden etwas zu schwächeln begann (wie so häufig in diesem Nicht-Sommer 2014).

Am Plan stand der höchste Gipfel der Hallern Mauern in den nördlichen Ennstaler Alpen – der 2.244 Meter hohe Große Pyhrgas.

Am Hofersteig auf den Großen Pyhrgas - rechts der Scheiblingstein

Am Hofersteig auf den Großen Pyhrgas – rechts der Scheiblingstein

Seit meinem ersten Besuch am Großen Pyhrgas vor fast genau 10 Jahren hat sich der Berg nicht allzu sehr verändert und mangels richtiger landschaftlicher Abwechslungen wird er es vermutlich auch nicht mehr schaffen in die Top 10 meiner schönsten Gipfelwanderungen zu gelangen. Es geht halt monoton steil hinauf und ebenso wieder hinunter. Ein bisschen Abwechslung kann man sich schaffen, wenn man eine Rundwanderung absolviert und der Ausblick ist ohnehin auf jeden Fall einen Besuch wert.

Gedenktafeln am Hofersteig

Gedenktafeln am Hofersteig

Den Großen Pyhrgas als einfach zu bezeichnen wäre Hohn gegenüber den auf einigen Gedenktafeln verewigten Todesopfern, die der Berg bereits gefordert hat. Es gibt auf den schrofigen Steilflanken einige Stellen, an denen man tunlichst nicht ausrutschen sollte. Die anspruchsvollsten Felsstellen sind aber durch Eisenketten gesichert und entschärft und bei Trockenheit wird der geübte Geher bei entsprechender Vorsicht gut zurechtkommen.

Für die heutige Wandertour habe ich exakt die gleiche Route wie im 4-er Jahr gewählt. Der Ausgangspunkt liegt auf ca. 1.025 Meter Seehöhe, ein kleines Stück unterhalb der Bosruckhütte, wo sich am frühen Nachmittag etliche Wanderer und Ausflugsgäste tummelten.

Der Wanderweg führt an der Hütte vorbei Richtung Osten auf einer Schotterstraße bzw. über breite Wanderwege unschwierig zum Rohrauerhaus, wo sich ebenfalls viele Gäste gütlich tun und sich an Speis und Trank laben.

Kurz noch geht es dann recht eben südostwärts, ehe der Weg nach Norden dreht und in der Folge zunehmend steiler wird. Anfangs noch durch den Wald, führt die als Hofersteig bezeichnete Route später über freie schrofige Wiesenhänge und kurze felsige Stellen.

Die Ausblicke – insbesondere zum Bosruck sowie zum Scheiblingstein sind großartig, ansonsten vermisse ich aber etwas landschaftliche Gliederung und Abwechslung, wie sie zum Beispiel eben beim Scheiblingstein (bisher 3 Mal besucht als Wandertour, Schneeschuhtour und Schitour) durch die herrliche Lange Gasse gegeben ist.

Paragleiter umkreisen den Großen Pyhrgas

Paragleiter umkreisen den Großen Pyhrgas

Die Nachmittagswanderung ist sehr einsam, bergwärts kommt mir kein einziger Wanderer unter, erst in Gipfelnähe lassen sich einige gerade beim Starten befindliche Paragleiter sehen. War es beim Ausgangspunkt zwischen Bosruckhütte und Rohrauerhaus noch sehr warm, sorgte in höheren Regionen der Wind für Abkühlung bzw. leichtes Frösteln. Insbesondere da es die Sonne jetzt zunehmend vorgezogen hat, sich hinter stetig dichter werdenden Wolken zu verstecken.

Kurz nach mir kommt ein Wandererpaar mit 5 Monate altem, hungrigem Nachwuchs nach, die Mama sorgt beim Gipfelkreuz gleich für die Jause 🙂 . Etwas später folgen 2 sportliche Geher, die ebenfalls über den Hofersteig heraufkommen und wie ich auf der Westseite wieder absteigen werden.

Der Große Pyhrgas ist ein großartiger Aussichtsberg. Die Pyhrn-Priel-Region bis zum Sengsengebirge im Norden, im Osten die Haller Mauern mit interessanten Felsgestalten, im Süden der Talkessel bei Admont mit den darüber aufragenden Gesäusebergen um Admonter Kalbling und Admonter Reichenstein. Auch das Warscheneck im Westen wirkt nicht allzu weit entfernt.

Lange halte ich mich aber nicht am Gipfel auf – die Wolken werden zunehmend dunkler.

Obwohl – für meine Verhältnisse – hurtigen Schrittes Richtung Westen (Wegweiser zur Hofalm) absteigend, ist es für die nach mir aufgebrochenen sportlichen Wanderer ein Kinderspiel, mich zu überholen und mich bald weiter hinter sich zu lassen. Ich habe sogar Mühe, dem raschen Sauseschritt des Paares mit Baby zu folgen.

Beim Hofalmsattel mit der langen Steinmauer steige ich aber nicht Richtung Norden zur Hofalm ab, sondern wähle die Route nach Südosten zum Rohrauserhaus bis zu einer Weggabelung. Hier zweigt ein Weg Richtung Süden ab und an der Hiaslalm vorbei erreiche ich bald den vom Aufstieg bereits bekannten Weg bzw. die Schotterstraße, die mich zurück zum Ausgangspunkt nahe der Bosruckhütte führt.

Trockenen Fußes (zumindest von außen 😉 ) erreiche ich das Auto – wenig später, im Tal, beginnt es zu regnen.

PS: Wie mich ein Leser dankenswerterweise aufmerksam gemacht hat, habe ich in meinem ersten Bericht aus dem Jahre 2004 irrtümlicherweise Phyrgas statt Pyhrgas geschrieben. Korrekt heißt es natürlich – unabhängig von meinen Rechtschreibfehlern – Großer Pyhrgas 🙂

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Die Wanderung auf den Großen Pyhrgas auf der Landkarte

Tourengebiet Pyhrn-Priel / Haller Mauern

Tourengebiet Pyhrn-Priel / Haller Mauern

Mein Routenverlauf auf den Großen Pyhrgas entgegen dem Uhrzeigersinn

Mein Routenverlauf auf den Großen Pyhrgas entgegen dem Uhrzeigersinn

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Weitere Impressionen vom Großen Pyhrgas

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*