Ramsauer Klettersteig – Scheichenspitze 3 – Gipfel und Abstieg

Nachdem ich im ersten Teil den Aufstieg auf die Edelgrießhöhe skizziert habe und im zweiten Teil die Gratwanderung am Ramsauer Klettersteig schilderte, behandelt dieser Beitrag unseren Gipfelaufenthalt auf der Scheichenspitze sowie den Abstieg über das Firnfeld südlich des Koppenkarsteins.

Gipfelkreuz auf der Scheichenspitze

Gipfelkreuz auf der Scheichenspitze

Bei unserer Ankunft beim großen Gipfelkreuz auf der 2.667 Meter hohen Scheichenspitze sind die letzten 3 Besucher (bzw. 4 – wenn man den Hund mitrechnet) gerade kurz zuvor aufgebrochen, um über die Nordseite am Normalweg abzusteigen.

Die Dresdner-4-er-Seilschaft, die heute die längste Zeit vor uns gegangen ist, hat sich nicht lange am windigen Gipfel aufgehalten, sondern ist gleich nach Osten Richtung Hohe Rams abgestiegen, um in der Folge wohl das Guttenberghaus zu erreichen (jene Route, die ich am 18.08.2004 in umgekehrter Richtung gegangen bin).

Auch uns hätte der Wind gleich wieder vertrieben, wäre da nicht die tolle Aussicht gewesen und hätten nicht größere Wolkenlücken jetzt der wärmenden Sonne etwas mehr Platz eingeräumt.

So gönnten wir uns jetzt endlich die schon lange verführerisch aus den Rucksäcken duftende Jause, ehe auch wir uns auf den Weg machten, um zunächst am Klettersteig wieder ein kurzes Stück zurück zu wandern, bis zu jener Stelle, wo bei Schitouren üblicherweise das Schidepot eingerichtet wird.

Beim Abstieg über die weiten Schotterfeder Richtung Norden klart es jetzt zunehmend auf. Der gesamte Gratverlauf des Ramsauer Klettersteiges von der Edelgrießhöhe bis zur Scheichenspitze liegt jetzt bei bestem Licht im Blickfeld.

Tolle Landschaft zwischen Landfriedstein (links) und Scheichenspitze (rechts der Bildmitte) - Auf der rechten Bildhälfte der Gratverlauf des Ramsauer Klettersteigs (Klick zur Vergrößerung)

Tolle Landschaft zwischen Landfriedstein (links) und Scheichenspitze (rechts der Bildmitte) – Auf der rechten Bildhälfte der Gratverlauf des Ramsauer Klettersteigs (Klick zur Vergrößerung)

Blöd nur, dass der Akku meines Fotoapparates justament jetzt vorgibt, erschöpft zu sein. Nach einigen Kuschel-Einheiten lässt er sich aber überreden, noch das eine oder andere Foto nachzureichen. Dieses Spielchen – ein bisschen in der Hand aufwärmen für 2 bis 3 Fotos – lässt sich bis zur Rückkehr beim Ausgangspunkt noch einige Male wiederholen.

Für den Abstieg wählen wir jetzt die Route von der Edelgrießhöhe zum Gletscher bzw. dessen kärglichen Firnresten an der Südseite des Koppenkarstein. Von hier führt der Steig neben einem Bach über eine steile Felswand südwärts. Die Schlüsselstelle über nackte Felsen wird durch Drahtseile und Eisenklammern entschärft.

Über Blockgestein und trockene, sandige Bachrinnen erreichen wir das markante Zick-Zackband über einen Wiesenhang, welches uns schon am Morgen deutlich aufgefallen ist.

Beissender Rauch zieht aus Richtung Austriahütte herauf

Beissender Rauch zieht aus Richtung Austriahütte herauf

Zurück geht es in weiterer Folge über den Ausfstiegsweg, wobei der Blick und vielmehr die Nase getrübt wird vom beissenden Rauch einiger Feuer im Umfeld der Austriahütte, wo Ästehaufen verbrannt werden.

Der Feuergeruch zieht wie durch einen Schlot das gesamte Edelgrieß herauf, so dass wir froh waren, endlich wieder über die Wiesen Richtung Westen gehen und ordentlich durchatmen zu können.

Waren es am Morgen die Kühe, die für die entsprechende „Hintergrundbeschallung“ sorgten, waren jetzt am Abend die Schafe für die „akkustische Unterhaltung“ zuständig.

Bei der Talstation der Hunerkogel-Bergbahn warteten auf den umliegenden Parkplätzen noch ungewöhnlich viele Autos und die Seilbahn spuckte auch nach 19:00 Uhr noch immer erlebnishungrige Touristen aus, deren Aussicht durch die Wolken im Umfeld des Hohen Dachstein nun aber ziemlich beeinträchtigt sein musste.

Bei der Mautstation in der Ramsau, wo „Nicht-Seilbahnfahrer“ und „Nicht-Sommercard-Besitzer“ 6 Euro zu bezahlen haben, erzählte man frau uns, dass es heute so viele Reservierungen gegeben hat, dass die Seilbahn wesentlich länger als normal in Betrieb war. Eine Ursache dafür dürfte wohl beim schlechten Wetter des heurigen „Nicht-Sommers“ zu finden sein. Ist es dann endlich einmal schön, wollen alle auf das Dach der Steiermark oder Oberösterreichs.

Im nächsten und abschließenden Teil dieser Artikelserie werde ich dann meine Lieblingsbilder der Tour posten.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian


Direktzugriff auf die einzelnen Artikel

  1. Der Zustieg durch das Edelgrieß
  2. Die Gratwanderung am Klettersteig
  3. Der Gipfel und Abstieg
  4. Die Galerie und das Video

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