Ramsauer Klettersteig – Scheichenspitze 1 – Zustieg

Da dieser Wanderbericht über unsere Bergtour am Ramsauer Klettersteig auf die Scheichenspitze einen größeren Umfang einnehmen wird, möchte ich ihn im Sinne der besseren Lesbarkeit auf 4 Beiträge aufteilen.

  1. Der Zustieg durch das Edelgrieß
  2. Die Gratwanderung am Klettersteig
  3. Der Gipfel und Abstieg
  4. Die Galerie und das Video

Sieht man von der Buchstein-Wanderung im Herbst 2013 ab, liegt die „Hoch-Zeit“ unserer Klettersteig-Touren nun ja schon längere Zeit zurück.

Bereits mehr als 9 Jahre sind seit unserem ersten Besuch am Ramsauer Klettersteig ins Land gezogen und doch konnten wir uns an einige Erlebnisse im „Fünfer-Jahr“ noch sehr gut erinnern.

Am intensivsten blieb uns der dichte Nebel in Erinnerung, der damals im Umfeld des Schmiedstock verhinderte, dass wir auch nur annähernd erkennen konnten, wie es unter uns in der Tiefe aussah. Wir witzelten noch, dass es ohnehin vorteilhafter ist, dass wir die schaurigen Abgründe nicht sehen konnten.

Und dann – nach Prachtwetter am Morgen – wäre es uns heute fast gleich ergangen. Aber eben nur fast.

Zustieg zum Ramsauer Klettersteig über die Edelgrießhöhe - im Hintergrund der Koppenkarstein

Zustieg zum Ramsauer Klettersteig über die Edelgrießhöhe – im Hintergrund der Koppenkarstein

Während gestern Schönwetter angesagt war, und wir am Gößeck fast Handschuhe benötigten, waren sich die heutigen Wettervorhersagen nicht ganz einig, ob der Regen und unter Umständen sogar Gewitter erst am Abend oder schon im Tagesverlauf zu erwarten waren.

Schönstes Wetter jedenfalls bei unserem sowie dem Tages-Erwachen. Und Urlaub sei Dank konnten wir dieses prächtige Wanderwetter an einem Montag nutzen.

Erst am Frühstückstisch beschlossen wir: Heute soll es etwas Großes sein. Die ursprünglichen Tourenpläne wurden also kurzerhand verworfen und rasch ward ein neues Tourenziel gefunden. Ein Ziel, welches uns sicher nachhaltig in Erinnerung bleiben würde und ein Ziel, welches uns auch einigermaßen fordern würde.

In knapp 40 Minuten haben wir über die Mautstraße (6 Euro pro Person) unseren Ausgangspunkt bei der Talstation der Dachstein-Seilbahn zum Hunerkogel erreicht. Unglaublich, wieviele Autos sich jetzt schon am frühen Morgen hier versammelten und gleich mehrere Einweiser erforderlich machten. Wir waren froh, die Gondel nicht in Anspruch nehmen zu müssen.

Und wir waren auch froh, dass wir uns doch nicht zur Anschaffung der Sommercard durchringen konnten. Diese würde uns zwar eine kostenlose Auffahrt zum Hunerkogel erlauben – wir hätten aber bereits langfristig vorreservieren müssen.

Denn heute – so die Informationstafel – ist bis 14:45 Uhr bereits alles ausgebucht.

Ingrid hat die erste Steilstufe bereits überwunden

Ingrid hat die erste Steilstufe bereits überwunden

Uns kann es egal sein. Wir nehmen den Wanderweg Richtung Osten, am Berghotel Türlwandhütte vorbei.

Auf den vom Morgentau benetzten und von der hinter den Hügeln aufsteigenden Sonne geküssten Wiesen lieferten sich einige Rinder ein „Muh-Duell“ in allen Tonlagen. Andere übten sich in einer Art Bockspringen, schaffen es aber natürlich nicht, die Vorderfrau / den Vordermann zu überspringen, sondern bleiben auf halbem Wege hängen.

Ruhiger und gelassener verhalten sich die zotteligen Verwandten mit den langen Hörnern.

Der Weg schlängelt sich in der Folge durch ein kleines „Strauch-Felsen-Gärtchen„, ehe er durch Latschengassen und über Schotterfelder zu steigen beginnt. Steil geht es in das Edelgrieß hinein, links und rechts überragt von eindrucksvollen, nahezu senkrechten Felswänden.

An der Weggabelung Austriascharte – Edelgrieß wählen wir die zweite Option. Die 5-köpfige Familie, die uns weiter unten bei der Abzweigung des Jungfrauensteigs überholt hat, entschwindet langsam aus dem Blickfeld. Dafür schließen wir zu einer 4-er Gruppe auf, die fortan die nächsten Stunden vor uns ebenfalls am Ramsauer Klettersteig zur Scheichenspitze und weiter Richtung Hohe Rams wandern wird.

2 Schritte nach vor – 1 Schritt zurück. So könnte man das mühsame Aufsteigen über die steilen Schotterfelder zusammenfassen. Weiter oben wird das Gelände felsiger. Zuerst ein Kletterseil, später ein Drahtseil helfen darüber hinweg. Benötigt werden sie beim Aufstieg bei trockenen Verhältnissen aber nicht unbedingt.

Schliesslich stehen wir auf der Edelgrießhöhe, eine meiner Lieblingslandschaften vor Augen, die ihre Schönheit dann besonders beim Abstieg im milden Spätnachmittagslicht voll zur Geltung bringen kann.

Auf den Gletscherresten südlich des Koppenkarstein erkennen wir immer wieder winzige Pünktchen, die karawanenartig zum Einstieg des Irg-Klettersteiges queren.

Hinter uns kommen 2 schnellere Klettersteiggeher nach. Wir haben es nicht eilig. Zwar ziehen jetzt verstärkt Nebelschwaden über die Felswände aus Richtung Süden herauf, aber das Wetter schaut grundsätzlich gut aus.

Wir queren eine weite steinübersäte Hochebene und erreichen über einen Rücken den Einstieg zum Ramsauer Klettersteig, wo wir unsere Klettersteigausrüstung, Klettersteighandschuhe sowie den Helm anlegen.

Weitere Informationen gibt’s im 2. Teil: Die Gratwanderung am Ramsauer Klettersteig

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian


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  1. Der Zustieg durch das Edelgrieß
  2. Die Gratwanderung am Klettersteig
  3. Der Gipfel und Abstieg
  4. Die Galerie und das Video

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