Über die Mödringalm auf den Gamskogel

Gams sahen wir keine auf dem nach ihnen benannten Kogel. Dafür aber 2 Steinböcke – und einige Mumeltiere, die mit ihren grell-schrillen Warnrufen die Stille der Berge durchbrachen.

Aber der Reihe nach: Wir starten unsere Bergtour im hintersten Triebental bei der Bergerhube. Vorbei an den bereits von früheren Wanderungen bekannten bulligen, zotteligen Rindern, die sich im schattigen Wald verteilen.

Was ich ebenfalls schon von früheren Touren kannte: Die stechfreudigen Gelsen und Bremsen am Weg zur Mödringalm.

Mödringalm - im Hintergrund die Gamskögel

Mödringalm – im Hintergrund der Mödringkogel (links) und die Gamskögel

Oberhalb der Alm, bei der Weggabelung Gamskogel-Knaudachtörl entscheiden wir uns für die erste Variante. Herunterkommen werden wir am Nachmittag von der anderen Seite.

Einem tschechischen Paar mit ihren 2 kleinen, braven Mädchen, die sich gerade sorgfältig mit Sonnenschutz eincremen, sollten wir heute nicht zum letzten Mal begegnen.

Der Steig schlängelt sich unschwierig über einen steilen Waldhang, die dichten Bäume spenden angenehm kühlenden Schatten – immerhin wird heute der heißeste Tag des Jahres erwartet.

Kleiner Grießstein mit Spiegelbild

Kleiner Grießstein mit Spiegelbild

Bei einer 180-Grad-Kehre zweigt ein unmarkiertes Steiglein ab, über welches wir in zwei Minuten einen kleinen See nordöstlich eines markanten Felsturmes namens „Königin“ erreichen. Dunkel und moorig sowie voller Kaulquappen präsentiert sich das Gewässer, in dem sich der gegenüberliegende Kleine Grießstein spiegelt.

Zurück beim markierten Wanderweg und ein kleines Stück aufwärts und wir treffen wieder auf die tschechische Familie mit den 2 kleinen Mädels, die Größere war wohl kaum älter als 7 oder 8 Jahre alt.

Nun gelangen wir allmählich in die Sonne und an Blochsteinhalden vorbei erreichen wir abermals einen kleinen See, bei dem wir aber nicht verweilen.

Stattdessen steuern wir über die weite Ebene gleich dem steilen Nordhang zu, auf dem uns nun der Steig in alpinerem Gelände 350 Höhenmeter bergwärts bis knapp unterhalb des Gamskogel-Gipfels bringen wird.

Unten beim See sehen wir 4 Wanderer nachkommen, darunter 2 Kinder 🙂

Beim oberen Ausstieg aus der breiten Rinne empfängt uns auffrischender Wind. In wenigen Minuten stehen wir beim noch einsamen Gipfelkreuz, wo wir ein halbwegs windgeschütztes Jausenplatzerl suchen.

Nach und nach treffen nun weitere Wanderer beim Gipfelkreuz ein. Einige auch aus Richtung Osten von der Gamskögelgrat-Überschreitung. Manche mit und manche ohne Kletterseil.

Nach einem Schläfchen – mittlerweile waren wir wieder fast alleine am Gipfel – brechen wir zum Abstieg auf, den wir nun aber über eine andere – unmarkierte – Variante versuchen möchten.

Zunächst queren wir noch am markierten Steig im Speikduft – unter uns in den Felsen die eingangs erwähnten Steinböcke – hinüber zur Hochleitenspitze.

Almrauschblüte in der Nähe des Knaudachtörls

Almrauschblüte in der Nähe des Knaudachtörls

Von hier geht es dann unmarkiert, aber unschwierig abwärts zum Mödringer Törl, wo wir wieder einmal auf die bereits gut bekannte tschechische Familie treffen.

Mittlerweile scheint der Papa aber doch schon etwas Überredungskunst zu benötigen, um seine Kinder zu motivieren.

Lange folgen wir ihnen nicht. Denn für eine Rundtour steuern wir abermals weglos zwischen blühenden Almrauschbüschen nach Norden Richtung Knaudachtörl.

Etwas unterhalb dieses Übergangs treffen wir wieder auf einen markierten Wanderweg, dem wir nun zurück zur Weggabelung von heute morgen folgen, wo sich unser Rundtour-Kreis wieder schließt.

Der restliche Abstieg erfolgt über die Anstiegsroute. Gelsenstiche inklusive.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

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