Polfilter für die Sony 6000

Als ich in einem der letzten Beiträge über meine neue Digitalkamera – eine Sony 6000 – erzählte, habe ich auch angemerkt, dass ich einen Polfilter verwende.

Ja, eine Anbringmöglichkeit für solch einen Filter ist für mich mittlerweile unabdingbare Voraussetzung bei einem neuen Fotoapparat.

Viele Fotoexperten werden dabei die Nase rümpfen. Jedes zusätzliche Glas vor dem Objektiv, so heißt es, mindert die Bildqualität.

Außerdem würden die Farben unnatürlich intensiv dargestellt. Im selben Atemzug finden aber häufig gerade diese Fotoexperten nichts dabei, ihre RAW-Fotos am PC so aufzuhübschen, dass die Bilder nichts mehr mit der ursprünglichen Farbwirkung zu tun haben.

Nun gut, jedem das Seine – ich halte an meinen Polfiltern fest. Das Blau des Himmels wirkt dunkler und kräftiger, das Weiß der Wolken ist leuchtender. Das Grün der Wiesen macht einen saftigeren Eindruck und das Grau der Felsen scheint freundlicher zu sein. Für mich macht einfach jede Farbe einen lieblicheren Eindruck.

Am Weg auf die Meßnerin: Tiefblick zum Grünen See bei Tragöß

Am Weg auf die Meßnerin: Tiefblick zum Grünen See bei Tragöß

Als ich vor vielen Jahren begonnen habe, mit Polfiltern – korrekt müsste es ja heißen: Zirkulare Polarisationsfilter – zu experimentieren, habe ich mich schon gefragt: Hat es wirklich so „bunt“ ausgesehen? Andererseits habe ich auch so oft schon Bergkameraden über ihre Fotos sagen hören: „In Wirklichkeit war es ja viel schöner, aber auf den Fotos wirkt es halt nie so gut“.

Könnte es schon – wenn man a) nicht ausschließlich auf die Automatik der Kamera vertraut und b) eben einen Polfilter verwendet.

Bereits mit Punkt a) kann man einige Dinge recht einfach verbessern, wenn man sich mit dem Weißabgleich und eventuell auch Farbeinstellungen beschäftigt (über diese Themen plane ich einen separaten Artikel am konkreten Beispiel der Sony 6000). Die grundsätzlichen Zusammenhänge von Blende, Verschlusszeit und ISO sollten natürlich ebenso bekannt sein.

Mit einem guten Polfilter wird man dann den nächsten Schritt in der Bildwirkung (ich vermeide in diesem Zusammenhang bewusst das Wort „Bildqualität“) nach vorne machen.

Oder aber, man wird eben „PC-Fotograf“, wie ich es gerne nenne, und entwickelt die RAW-Bilder erst mit dem Computer.

Ich konnte mich allerdings noch immer nicht dazu motivieren, mir diese Kenntnisse anzueignen. Für mich sollte das Foto tunlichst „fertig“ im JPG-Format aus dem Fotoapparat kommen.

Sony 6000 ohne Polfilter

Sony 6000 ohne Polfilter

Sony 6000 mit Polfilter

Sony 6000 mit Polfilter

Nachfolgend gibt es 2 Vergleichsfotos –  beide von der Sony 6000 und kurz nacheinander geschossen: Einmal ohne und einmal mit Polfilter.

Ich habe versucht, die Aufnahmeparameter ziemlich gleich zu halten, allerdings – das ist wirklich ein kleiner Nachteil des Polfilters, da er ja Licht schluckt – muss man bei Blende und/oder Verschlusszeit einige Zugeständnisse machen.

Andererseits verwende ich den Polfilter ohnehin nur bei strahlendem Schönwetter bzw. zumindest bei hellem Tageslicht und dann relativiert sich dieser Nachteil rasch wieder.

Das erste Foto-Vergleichspaar wurde übrigens im Holzäpfeltal bei Wildalpen am Weg auf den Hochstadl in den Ybbstaler Alpen geschossen.

Natürlich muss man fairerweise auch erwähnen, dass man bei der Wahl des Polfilters nicht gleich zum erstbesten bzw. billigsten greifen sollte und dass gute Polfilter leider auch nicht gerade günstig sind. Dazu kommt noch, dass man für jedes Objektiv mit neuem Gewindedurchmesser wieder einen neuen Filter anschaffen muss. Und das kann dann ganz schön ins Geld gehen.

Festhalten möchte ich auch, dass man – anders als es mir in einem Fotofachgeschäft erklärt wurde – für das Kit-Objektiv E PZ 16-50 F3.5-5.6 OSS der Sony 6000 keinen besonderen Aufsatz benötigt, sondern den Filter direkt am Objektiv anschrauben kann.

Zum Abschluss möchte ich noch etwas gestehen, was den wahren Fotoenthusiasten wahrscheinlich endgültig die Haare zu Berge stehen lässt: Ich verwende sogar UV-Filter – huch 🙂

Warum dieses, wo doch jedes zusätzliche Glas die Bildqualität mindert? Nun, ganz ehrlich: Ich konnte diese Qualitätsminderung noch nicht wirklich feststellen.

Ich kaufe mir allerdings auch nicht 4 Mal das gleiche Kameramodell, um damit Ziegelwände zu fotografieren und in Grossansicht mit der Lupe zu untersuchen, ob irgendwo in den Ecken kleine unscharfe Stellen zu erkennen sind.

Allerdings habe ich mit freiem Auge auch noch nicht die von den Marketingabteilungen und Verkäufern versprochene Qualitätssteigerung entdeckt, weil die Fotos dank UV-Filter klarer werden sollen.

Warum dann dennoch einen UV-Filter? Ganz einfach: Zum Schutz des im Regelfall wesentlich teureren Objektivs.

In der nachfolgenden Bildergalerie findest Du immer paarweise Vergleichsfotos einmal ohne und einmal mit Polfilter.

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Polfilter bei Amazon

Tipp: Klick auf die Bilder zur vergrößerten Ansicht. Mit den Pfeiltasten oberhalb der Bilder oder direkt links und rechts auf den Bildern kannst Du auch einfach zwischen den einzelnen Fotos vor und zurück blättern.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*