Wandertour Tappenkarsee – Weißgrubenkopf – Glingspitze

Anders als bei meinem ersten Besuch beim Tappenkarsee in den Radstädter Tauern nahmen wir heute die Annehmlichkeit der Mautstraße in Anspruch.

Für die in der heutigen Zeit recht wohlfeilen 4 Euro fuhren wir auf der holprigen Schotterstraße vom Jägersee zum großen Parkplatz nach der Schwabalm, von wo auf ca. 1.210 Meter Seehöhe nicht nur unsere Wanderung sondern auch die Materialseilbahn zum Tappenkarsee ihren Ausgang nimmt.

Empfangen und von nun an begleitet vom strengen Duft Hunderter Roßknödel folgen wir dem angenehm begehbaren, breiten Wanderweg, der sich in einer unüberschaubaren Anzahl von Serpentinen nach oben schlängelt.

Sogar das GPS-Gerät scheint durch die vielen Kehren schwindlig zu werden.

Hin und wieder überholen wir andere Wanderer, gelegentlich werden wir überholt. Der ewige Kreislauf des Wanderns: Überholen und überholt werden 🙂 .

Umrahmt vom Rauschen kleiner Wasserfälle überqueren wir auf einer Eisenbrücke einen Bach.

Weiter oben – allmählich kommen wir in die Sonne – geht es am erfrischenden Eisbrünndl vorbei. Der Blick schweift noch einmal in die Tiefe zum türkis-grün schimmernden Jägersee, aber bald schon überqueren wir den Seeabfluss und stehen am Nordufer des Tappenkarsees.

Schweigsames Staunen angesichts dieses außerordentlich schönen Ausblicks über den großen See, der von einem Kranz von Fels- und Grasgipfeln umrahmt wird.

An senkrechten Felswänden vorbei führt der Pfad zur nahen, direkt am See liegenden Tappenkarseealm.

Tappenkarsee - Glingspitze

Tappenkarsee – Glingspitze

Natürlich sind wir an diesem herrlichen Sonntag nicht alleine, aber zu keinem Zeitpunkt kommt das Gefühl der Enge auf.

Das liegt auch an dem sich nach Süden hin öffnenden weiten Tappenkar, dessen wirkliche Ausmaße sich uns erst am Nachmittag beim Rückweg von der Glingspitze in seiner ganzen Dimension erschließen.

Bis zur etwas erhöht liegenden Tappenkarseehütte war unsere Tour „planlos“, ziellos: Wir haben uns einfach ohne besondere Eile von den vielfältigen Eindrücken entzücken lassen.

Ausgelassene Pferde beim Tappenkarsee

Ausgelassene Pferde beim Tappenkarsee

Da eine Kuh im See, dort sich neckende Pferde mit buschigen Mähnen.

Und überall Alpenblumen in allen erdenklichen Farben. Vom roten Almrausch über den blauen Enzian bis zu leuchtend gelben und strahlend weißen Blüten, die ich leider nicht zu benennen vermag.

Kuhglockengeläute, wiehernde Pferde – und sogar noch ein Kuckuck sorgen für die akustische Untermalung.

Schöner kann man sich eine natürliche Almidylle nicht ausmalen.

Heute ist es Ingrid, die uns zum weiteren Aufstieg mahnt.

Wir haben uns kurzfristig für die Weißgrubenscharte entschieden. Auch hier schlängelt sich der Steig angenehm nach oben.

In der Scharte halten wir inne und genehmigen uns etwas Obst, während wir die hervorragende Aussicht genießen.

Im Nordosten fallen vor allem Faulkogel und Großes Mosermandl ins Auge, im Osten ist die markante Riedingspitze und das Weisseck, der höchste Gipfel der Radstädter Tauern, nicht zu übersehen.

Natürlich wollten wir uns jetzt nicht das zu uns herab leuchtende Gipfelkreuz am Weißgrubenkopf entgehen lassen.

Bei Trockenheit und mit etwas Trittsicherheit weist der Gipfelanstieg mit seinen kurzen, leicht ausgesetzten Stellen keine allzu großen Schwierigkeiten auf.

Am einsamen Gipfel genießen wir den prächtigen Ausblick. Etwa 6 andere Wanderer brechen kurz vor bzw. bei unserer Ankunft auf (was hoffentlich nicht auf unsere Ausdünstungen zurückzuführen ist 🙂 ).

Gipfelkreuz am Weißgrubenkopf

Gipfelkreuz am Weißgrubenkopf

Hochalmspitze, Ankogel, Schareck, Hoher Sonnblick, Hocharn, Ritterkopf sind die höchsten uns bekannten 3000-er-Gipfel, die sich in den Hohen Tauern der Wolken erwehren können.

Reicheschkogel, Schwarzeck, Weißeneck, Ennskraxn, Liebeseck, Draugstein, Jägerspitze und Nebelkareck, Weinschnabel, Großer Hafner und eine Vielzahl anderer bereits besuchter Gipfel können wir identifizieren.

Für den Weiterweg wählen wir die unmarkierte, aber einfache Route über das von uns noch unbestiegene Schiereck.

Von hier geht es kurz etwas steiler hinab ins Haselloch, wo wir wieder auf Wandermarkierungen treffen.

Wir folgen der beschilderten Route auf die Glingspitze, wo wir auf einige Schneefelder treffen, die wir beim späteren Abstieg zum Hinunterrutschen nutzen.

Am Gipfel selbst halten wir uns nicht lange auf – sagen wir einmal netterweise: Wegen Platzmangel, und so mancher wortgewaltiger, aber ziemlich sinnfreier, dafür aber umso lauter vorgetragener Debatten über die Unterschiede der Förderungspolitik in Deutschland und Österreich (vui gredt, owa nix gsogt).

Tappenkar - Weissgrubenkopf

Tappenkar – Weissgrubenkopf

Was jetzt folgte, war einerseits ein kurzes, rutschiges Schneeabenteuer und andererseits ein laaanger Hatscher zurück durch das Tappenkar zum See, wo der Almwirt gerade mit seinem Boot zur Materialseilbahn unterwegs war.

Beim Abstieg zum Ausgangspunkt staunten wir über die Länge des Weges, welche dieser beim morgendlichen Aufstieg geschickt zu verbergen wusste.

Am Ende zeigte die Tourenstatistik 1.600 Aufstiegs-Höhenmeter auf 25 Kilometer Länge.

Zu guter Letzt waren wir sehr froh, das Angebot der Mautstraße angenommen zu haben. Hierbei gilt es aber das Nachtfahrverbot zu beachten.

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

Ennskraxn - Faulkogel - Großes Mosermandl

Ennskraxn – Faulkogel – Großes Mosermandl

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