Ich habe eine Neue – Teil 2

Überraschung auf der Hohen Veitsch

Die Wetterprognose für den 28.06.2014 war nicht unbedingt berauschend. Ab den Mittagsstunden könnte es in der Steiermark im Ennstal, Salzkammergut und Gesäuse bzw. den angrenzenden Regionen in Oberösterreich und Salzburg schon zu gewittern beginnen.

Und da die noch unbesuchten Wandergipfel in der näheren Umgebung ohnehin schon äußerst rar sind, beschlossen wir eine etwas längere Anfahrt Richtung Osten, wo es bis in den Nachmittag hinein noch trocken bleiben sollte.

Es war mir schon längere Zeit ein Anliegen, wieder einmal eine neue Gebirgsgruppe der Ostalpen in Österreich kennenzulernen.

Und nun habe ich diese „Neue“: Die Mürzsteger Alpen östlich der Hochschwabgruppe.

Der mit 1.981 Meter Seehöhe höchste Gipfel der Mürzsteger Alpen ist die Hohe Veitsch und dieses Gipfelziel sollte es werden.

Die Mürzsteger Alpen (blau eingezeichnet)

Die Mürzsteger Alpen (blau eingezeichnet)

 

Über die Aufstiegsroute an sich gibt es nichts besonderes zu berichten. Nicht sonderlich schwierig, auch wenn uns das schwül-feuchte Wetter anfangs doch ordentlich zum Schwitzen brachte.

Neben uns tummelten sich noch zahlreiche andere Wanderer verschiedenster Alters- und Gewichtsklassen sowie Konditionsstufen, was uns auf Grund der geografischen Lage (nicht allzu große Entfernung zu den größeren Städten der Mur-Mürz-Furche) aber nicht sonderlich überraschte.

Das Graf-Meran-Haus in 1.836 Meter Höhe war bereits um 10:00 Uhr vormittags recht gut besucht. Nun gut, wir kannten die üblichen Besucherzahlen in diesem Gebiet nicht, aber eventuell wäre das bereits ein Hinweis gewesen, dass sich heute doch mehr Wanderer als üblich einfinden würden.

Von der Hütte sind es dann kaum mehr 20 Minuten bis zum großen Gipfelkreuz auf der Hohen Veitsch.

Beim Gipfelkreuz auf der Hohen Veitsch

Beim Gipfelkreuz auf der Hohen Veitsch

Anfangs noch sonnig war es an windgeschützten Platzerln angenehm warm. In der Folge aber zogen Wolkenfetzen heran und verdeckten zunehmend die Sonne.

Immer wieder zogen auch hier im Gipfelbereich größere Wanderergruppen herauf – das wird auf diesem leicht erklimmbaren Gipfel wohl so üblich sein.

Besondere Erwähnung verdient eine überwiegend damenhaft besetzte Gruppe, die uns 2 schöne Lieder zum Besten gaben, auch wenn beim 2. Stück bereits der Gipfelschnaps seine Wirkung getan haben dürfte 😉

Für den Abstieg entschieden wir uns für eine alternative Route mit dem grimmigen Namen „Teufelssteig„.

Anfeuerungssprüche auf Transparenten

Anfeuerungssprüche auf Transparenten

Hier fielen uns die größeren Menschenansammlungen auf. Sooo warm war es hier bei wolkenverhangenen Himmel aber gar nicht mehr, dass sich just dieser exponierte Platz für eine Rast anbieten würde.

Spätestens als wir dann drei Transparente mit anfeuernden Sprüchen entdeckten, war uns klar, dass die Wanderer hier auf jemanden warten würden. Während wir zunächst noch an einen Scherz dachten, mit dem ein langsamerer Mitwanderer animiert werden sollte, waren wir aber beim Abstieg über den Teufelsstieg endgültig im Bilde.

Spätestens dann, als uns ein startnummerntragender, sehr sportlich aussehender Läufer asthmatisch keuchend und gurgelnd entgegen stürmte.

In einigem Abstand verfolgt von weiteren Läufern, einige relativ locker und freundlich zurückgrüßend, andere nur in der Lage, die Hand zum Dank für unsere Anfeuerungen zu heben, wieder andere bedenklich spuckend oder die schmerzenden Oberschenkel beim Steilaufstieg mit den Händen unterstützend und niederdrückend.

Gelegentlich war auch ein Spaßvogel dabei, der die Anstrengungen mit einem Scherzchen quittierte.

Als ein Läufer nach dem anderen an uns vorbei stürmte – bald mischten sich auch die ersten Damen dazwischen – ertönte vom Gipfelplateau für die Führenden bereits lautstarker Beifall und Trötenfanfaren.

27, 28, 29, 30, …: 2 Kinder am Wegesrand zählten penibel die einzelnen Läufer, da wussten wir noch nicht, dass noch Hunderte folgen würden.

Am Abend beim Googeln lüftete sich das Geheimnis um die Bergläufer, die (trotz Massenstart wie wir nachlesen konnten) in einem zeitlichen Abstand von mehr als 1,5 Stunden an uns vorbei stürmten.

Es handelte sich um den Veitscher Grenzstaffellauf mit der beachtlichen Länge von 54 Kilometer und 2.060 Höhenmeter.

Eine unglauchbliche Distanz, die sowohl von Einzelläufern, als auch von 2-er und 3-er Staffeln bewältigt wurde.

Hut ab und großen Respekt vor dieser Leistung.

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

Nachfolgend einige Impressionen von der Tour:

 

 

Artikelserie „Ich habe eine Neue“

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*